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Finnlandfahrt 2019 - Frühling in Helsinki

„Nehmt euch bloß warme Kleidung mit! In Finnland schneit es Ende April oft noch und abends kann die Temperatur weit in den Minusbereich gehen!“

So bereitete Frau Alonen-Lindenlaub die Teilnehmer der Helsinkifahrt 2019 auf die fünf Tage in der finnischen Hauptstadt vor. 

Damit lag sie… knapp daneben. 13 Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs, Frau Alonen und Herr Wallrodt erwartete stattdessen ein Jahrhundertfrühling: Blühende Birken, wolkenloser Himmel, sich sonnende Menschen am Hafen und auf den Steinen der Schären, leuchtende Jugendstilfassaden und, und, und - statt Minusgraden herrliche 19 Grad. Helsinki entschied sich zu Ehren unserer Reise, die Sommerfähren zu den vorgelagerten Inseln frühzeitig in Betrieb zu nehmen, die Straßencafés zu befüllen und insbesondere dem Freibad im Hafen einen Besuchersturm zu verabreichen – KGS-Schüler inklusive.

Mit Dom, Felsenkirche und Bustouren gab es natürlich einige Möglichkeiten, dem Sonnenbrand zu entgehen, nur um anschließend wieder im Sonnenschein durch die Hobbithöhlen von Suomenlinna zu wandern (na gut, es waren Magazine für die riesigen Kanonen der finnischen Inselfestung…) und die finnische Kleinstadt Porvoo zu besuchen (so schön, aber wir sind einfache Menschen: Ein Schokoladenladen, in dem man alle Sorten probieren kann, ist schwer zu übertreffen). Für die Kunstmuseen Helsinkis konnte Herr Wallrodt jedoch die wenigsten Schüler motivieren: Das Wetter…

Zwischendurch wurden wir unglaublich freundlich und informativ in die feinen Unterschiede zwischen deutschem und finnischem Schulsystem eingeführt, als wir erst die Deutsche Schule Helsinki und anschließend die finnische Schule Alppilan Lukio besuchten. Erkenntnis: Die Finnen sind nicht nur sehr nett und der Umgang zwischen Schülern und Lehrern harmonisch („Wie, ihr sprecht eure Lehrer in Deutschland mit ‚Frau‘ und ‚Herr‘ an?“), sie sind uns in Sachen Digitalisierung auch um einige Jahre voraus. Getoppt wurde letzteres nur von der neuen Bibliothek Oodi, die nicht nur architektonisch wunderschön ist, sondern auch dadurch besticht, dass hier mitten in der Innenstadt der Bevölkerung 3D-Drucker, Computerspielräume, Arbeitsplätze, eine Lernküche, Nähmaschinen und Tonstudios zur Verfügung gestellt werden – in einer Bibliothek! „So sieht das also aus, wenn man sichtbar Geld ins gelebte Sozialwesen steckt“, meinte einer der Schüler.

Wir kehren staunend und tiefenentspannt in den Frühlingsregen Deutschlands zurück. In unseren Köpfen erste Erkenntnisse über die finnische Sprache (Doppelvokale werden lang gesprochen, Doppelkonsonanten werden getrennt! Schwedisch versteht man auch als Deutscher, Finnisch nicht!) und Bilder einer sonnigen Hauptstadt, der es völlig an Hektik fehlt. „Kiitos“!